Optomechanische Meßtechnik
Eine Einführung in Möglichkeiten, Grenzen und Unglaubliches

Meine sehr verehrten Zuschauer,. liebe Hinzugekommene, meine Damen,

Sie freuen sich, daß ich heute hierher gekommen bin und Sie fragen sich, was es heute geben wird. Ihre Erwartungen sind hoch und, das kann ich Ihnen schon jetzt versprechen, habe ich mir weder Mühe noch Kosten gemacht diese zu enttäuschen. Denn genau darum geht es in der heutigen Einführung in die optomechanische Meßtechnik. Da ich mir auf meinen zahlreichen Vortragsreisen die Namen aller meiner Schüler nicht merken kann, reicht es auch völlig aus, wenn Sie sich einfach meinen Namen merken. Ich bin Merrit Jaboksen und von Geburt an Forscher, und zwar als andere.

So unterschiedlich nun Ihre Gründe auch sein mögen, dieser Vortragsvorführung beizuwohnen, so gelten für Sie alle gemeinsam aber dennoch einige Grundsätze, deren Sie sich stets bewußt bleiben sollten. Ich kann und werde darauf keine Rücksicht nehmen, denn es ist in der Forschung wie in der Kunst und im Leben ja so, daß es um Belehrung geht. Auch ich wurde ja seinerzeit belehrt, und zwar eines Besseren, weswegen ja ich diesen Vortrag halte und nicht Sie. Es kann daher nicht schaden, wenn Sie sich die eine oder andere Notiz machen, aber nur wenn Sie beim Schreiben nicht vor sich her sprechen.

Kommen wir aber nach diesen einstimmenden Worten zum eigentlichen Thema des heutigen Abends: Einführung in die optomechanische Meßtechnik

In jedem Buch sehen wir, daß am Anfang das Wort steht und daher möchte ich auch mit einem Wort aus dem Handbuch der Maßregeltechnik für Ökonomen, das 1972 von Jan Verstokt in Blødhus verlegt und bis heute übrigens nicht wiedergefunden wurde, beginnen. Verstockt schreibt: “Kunst, Literatur, Musik und andere Lebensgebiete kommen ohne Messungen nicht aus. Am Anfang aller Zivilisation stand die Meßkunst: Unsere nomadisierenden Urvorfahren lernten die Meßtechnik anzuwenden, als sie seßhaft wurden, Felder bebauten und Häuser bestellten.”

Wie aber ist ein solcher Satz zu verstehen und was hat diese Behauptung mit den Grundlagen der optomechanischen Meßtechnik zu tun? Fragen über Fragen und wenn wir den Philosophen fragen, so wird er uns antworten: Das können wir nicht wissen, fragen wir aber einen Theologen, so wird er uns Antworten: Das dürfen wir nicht wissen und fragen wir den Mann auf der Straße, so antwortet dieser, das wissen wir nicht, sofern er nicht schon vorher von einem Bus überfahren wird, denn es ist bekanntlich nicht ungefährlich, auf der Straße herum zu lungern. Statt sich aber mit diesen ebenso bekannten wie armseligen Antworten zufrieden zu geben, sollen Sie einem kleinen Verslein aus dem Hausbuch Ungesunder Heimatgeschichten lauschen:

Skizze Heisenberg 1

Wer rechnet so spät
auf Helgoland?

Es ist der Werner
aus Bayernland,

er rechnet mühelos
und voll Elan

was keiner sonst
so rechnen kann.

Wir erkennen leicht, was uns dieses Verslein sagen will und brauchen daher hier auch nicht weiter darauf einzugehen. Bei der Optomechanik handelt es sich nämlich um die Lehre von den  Kräften der Bewegung der offensichtlichen Körper. Was aber ist ein offensichtlicher Körper? Wenn wir uns umschauen, und nicht umsonst, sondern für viel Geld findet dieser Vortrag in einer Seifensiederei statt, so sind wir stets von offensichtlichen Körpern umgeben. Bleibt also die Frage, wer durch was oder wen bewegt wird. Dazu ein kurzer Blick in die Geschichte:

Lange Zeit glaubte man, dass Körper nur zur Befriedigung und Ausschmückung der alltäglichen Bedürfnisse existieren. Ein solches Verständnis führte zu seiner zutiefst statischen Sicht der Angelegenheiten, wie dieses Dia beweist. (Zeigen eines Diarahmens) Nachdem sich über einige Jahre hinweg eine gewisse Perfektion im Umgang mit statischen Körpern entwickelt hatte, begann man zu behaupten, dass hinter den Dingen verborgene Qualitäten existieren. Es wurden zum Beispiel Wesenheiten erfunden, die den Körpern innewohnen sollen und die sie über den Wert des Befriedigens und Ausschmückens erheben. Diese Qualitäten sind aber so verborgen, dass sie zufälliger weise nur von denen, die sie postulierten erkannt werden können. So trennten sich im Laufe der Zeit das Verständnis der Körperschaften in zwei getrennte Auffassungen: Einerseits in den Bereich des Materiellen, den wir als das Selbstverständlichen bezeichnen, und andererseits in den des Immateriellen, den wir als das Verborgene bezeichnen.

Beide Auffassungen basieren allerdings auf dem Mangel, dem einen fehlt es nämlich am Nötigsten, dem anderen am geistigen. Deshalb bieten sich beide Auffassungen bestens als Steuerungsmittel an. Aus der Geschichte sind zahlreiche Bilder auf uns gekommen, die diesen Mangel zeigen. (Luzzi le Nein zeigt in seinem Werk: „Das Mahl der Bauherrn“ den Mangel an Essen oder Frank Soir Boutschér widmet sich in seinem Gemälde: „Venus auf der Toilette“ dem Mangel an Kleidung.

Wenngleich das Materielle und das Immaterielle scheinbar von gegensätzlicher Natur sind, so vereint beide doch ein gemeinsamer Mangel: der Mangel an Verstand, wie das Gemälde von Theo Gary Cold, „Der Wahnwitzige“ eindrücklich belegt.

Die Ursache dieses Verstandsmangels liegt nun aber in der zweiwertigen Logik des „entweder-oder“ begründet, die aufgrund des niedrigen Zahlenwertes nicht einmal bis drei zählen kann und daher auch als minderwertige Logik bezeichnet werden muß. Andererseits nützt es hier auch nichts, einfach höherwertige Logiken zu erfinden, da diese auf dem sogenannte lotta ratto numeralis (aus dem italienischen dem numerischen Rattenwettkampf) basieren, wie folgende Modelle leicht beweisen: Nehmen wir eine drei- oder vierwertige Logik, so erkennen wir schnell, das es immer noch die gleiche Art der Logik ist, nur eben mit mehr Wert, weswegen wir vom nurmehrischen Mehrwert sprechen, der uns aber lediglich in das Ökonomische führt, und daher nicht hierher gehört. Abseits dieser auf Bauernschläue basierenden Wissenschaft, die, nomen est omen daher auch als akerdemisch bezeichnet wird, entwickelt sich in Øseberg die Optomechanik als ein überaus seltsamer aber nichts desto unverständlichem Zweig der Nullforschung.

Schauen wir uns daher kurz einmal eine Null an: Die Null als Ringform ist gänzlich verschieden von der nurmehrischen Zahlenform und beinhaltet in sich sowohl das innere Unendliche, das so genannte infisimatentische, kennzeichnet aber auch das exfisimatentische, das so genannte äußere Unendliche.

Aufgrund ihrer Seltsamkeit ist die Null äußerst unselbstverständlich, andererseits auf Grund Ihrer Durchsichtigkeit auch gänzlich ungeeignet als Ort des Verborgenen. Das Nullinose entzieht sich damit sowohl der Befriedigung und Ausschmückung des Alltäglichen wie auch der Projektion des Verborgenen. Obwohl die Null selbst keinen Wert trägt, handelt es sich bei dieser Null um einen Körper, der trotz allem eine Wirkung hervorrufen kann, wie ein kleines Experiment beweist:

Was haben wir beobachtet: Ich habe die Null geworfen und Sie sind ausgewichen, bzw. haben versucht die Null zu fangen. Es ist offensichtlich, das durch die Null eine Bewegung evoziert wurde. So haben wir nicht nur eine Antwort auf die Frage nach der Bewegung gefunden, sondern haben mit dem Nullinosen zugleich eine weitere Kategorie erschaffen, die weder selbstverständlich noch verborgen ist und sich so unbehelligt von der akerdemischen Logik frei entfalten kann. Die Kategorie des Offensichtlichen.

Es liegt nun in der Natur der Sache, dass der gebildete Laie vorschnell glaubt, am Ziel seiner maßlosen Wünsche zu sein. Den Schluss, den der Ungeübte aus der kurzen Zeitspanne zwischen Sehen und Reden zieht, beruht aber darauf, dass er das Offensichtliche mit dem Oberflächlichen verwechselt. Diesen Schluss bezeichnen wir daher als kognitiven Kurzschluss.

Damit es uns nicht ebenso ergeht, wollen wir uns das Wort Offensichtlich einmal mit einem etymologischen Mikroskop untersuchen Und wir sehen, es zerfällt in drei Elemente.

Offen - Sicht - Lich

Das Wortelement „offen“ ist eng verwandt mit den ob-Worten, die ein „von unten heran, hinauf“ beschreiben. Erst in Ableitungen wie offenbar, offenherzig oder Offenrohr entfaltet es seine umgangssprachliche Mächtigkeit, in der es als Adjektiv deutlich, klar und eindeutig“ meint.

Beim Wortelement „Sicht“ handelt es sich, wie unschwer zu erkennen ist, um eine westgerm. Substantivierung des optischen Verbs „sehen“.

Wie aber verhält es sich mit dem dritten Wortelement: „Lich“ Dieser Suffix ist identisch mit dem auch unter Leiche behandelten germ. Substantiv lika, welches wir als Körper oder Gestalt übersetzen müssen. Betrachten wir nun noch einmal den Begriff des Offensichtlichen, so stellen wir fest, dass es uns geradewegs in die Optomechanik führt.

Offensichtlich bedeutet nichts anderes als „von unten herauf einen Körper sehen“. Dies aber ist weit entfernt vom konsumatorischen Glotzen oder dem ebenso verbreiteten baffen Starren, weswegen das Offensichtliche nicht zu den Passiva, sondern zu den Aktiva gezählt werden muss, wobei einem dabei die Frage haben oder sein nicht zu stark ins Kontor schlagen soll. Das Offensichtliche schaut nämlich ebenso wenig auf die Körper herab, wie es aus ihnen herausschaut. Das Offensichtliche ist ein Angeschautes.

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, den Sehprozess, die physiologischen Grundlagen der Impulsaufnahme und Signalweiterleitung zu erläutern, die kulturimanennten Implikationen der Signalverarbeitung darzustellen oder die soziopathologischen Folgen falschen Sehens zu referieren. Es genügt für Sie, wenn Sie sich einprägen, dass das Auge immer mitschaut.

Wir merken uns also, dass die Optomechanische Messtechnik auf der vollen Anwendung der optischen Sinne beruht und sie daher, schon allein vom onomatopoetischen her als sinnvoll zu bezeichnen ist.

Aber gerade in dieser Sinnbezogenheit des Welterfahrens liegt auch der Hase beim Kohl begraben, denn sagte nicht schon Sokrates: “Wir sind zahlreichen Sinnestäuschungen ausgesetzt.“ Da stehen Sie jetzt schön da. Einerseits bieten nur die Sinne einen unvermittelten, offensichtlichen Zugang zur Welt, andererseits sollen sie auch Quell unzähliger Irrtümer und Fehler sein. Aber, wenn Sie nicht so vorschnell verzweifeln würden, hätten Sie das Zitat zu Ende gehört, denn Sokrates sagt gleich hintenan: „Das beste Mittel dagegen ist das Messen, Zählen und Wiegen. Der Teil in uns, der sich auf das Berechnen und Messen verlässt, ist der edelste Teil unserer Seele“.

Sicherlich sollte man nicht allzuviel auf Überliefertes geben, denn es gilt, dass der der viel zitiert später nicht zitiert wird. Ich erinnere nur an den Satz den der monolithische Musikologe A. Wildhain uns zu Gehör brachte, als er schrieb: Lieber einen Gedanken selber gedacht, auch wenn er falsch ist, als das nachzuplappern, was andere vorgedacht haben.“ Dennoch zeigt der überlieferte Spruch, wozu das Messen dient. Offen bleibt hier allerdings, ob uns unsere Sinne täuschen, oder ob unsere Sinne getäuscht werden.

Fassen wir aber das bisher gelernte zunächst zusammen:

Das Offensichtliche ist weder selbstverständlich noch ist es verborgen.

Das Offensichtliche wir durch die Sinne wahrgenommen.

Die Wahrnehmung ist Sinnestäuschungen ausgesetzt.

Das Messen ermöglicht es, Sinnestäuschungen zu enttäuschen.

Nachdem wir so nun den Zusammenhang zwischen der Optomechanik, dem Offensichtlichen und den Sinnen erfasst haben, können wir uns nun auch dem Messen nähern.

Was ist eine Messung?

Bevor wir uns damit beschäftigen was eine Messung ist, wollen wir sehen, was passieren kann, wenn man Sinnestäuschungen unterliegt. Statt langer Erklärungen wollen wir das kleine und fast unbekannte Gedicht des ebenso unbekannten Prädänendichters Jokus Håberg hören:

„Die vier Aggregatzustände mit nassen Socken“

„Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis
der Bübchen steht am Weiher
und spricht zu sich: ich weiß
Eis ist gefror'nes Wasser,
das trägt wohl mein Gewicht,
der Bübchen ist ersoffen
des Eis das trug ihn nicht.“

Da haben wir schon in der ersten Strophe einen dezenten Hinweis, was Sinnestäuschungen anrichten können. Lauschen wir aber weiter:

„Der Bübchen taucht ins Wasser
das ist gar finster kalt
er will nach oben greifen,
doch findet keinen Halt.
Das Plasma ist zu glitschig,
die Luft ist gar nicht fest
so sinkt der Bub zu Boden
wo man ihn liegen lässt“

„Der Bübchen liegt am Grunde,
viel Wasser über ihm,
das fließt nun still zum Strande
am Himmel Gänse zieh’n.
Die kommen aus dem Süden
zieh'n nordwärts jetzt mit List,
das Eis ist längst geschmolzen
weil's überflüssig ist.“

Das Bübchen hat also im Umgang mit seinen Sinnen, genauer gesagt im Umgang mit seinen Schlussfolgerungen einen Fehler gemacht. Fehler und Sinnestäuschung bilden also ein kausales Geschwisterpaar, wobei Selbstverständlichkeit und Verborgenheit sich dabei wie Onkel und Tante verhalten, wie die folgende Grafik verdeutlicht.


Tante Selb mit den beiden Jungen. Der Onkel ist nicht zu sehen, da er verborgen ist.

Wir könnten nun folgern, dass wir besser auf die Verwendung der Sinne verzichten sollten. Dies wird ja auch von einigen getan, sie sind dann im wahrsten Sinne des Wortes von Sinnen. Auch keine verlockende Perspektive. Da wir wissen, dass unsere Sinne, ob nun getäuscht oder enttäuscht, Bilder erzeugen, die ihrerseits Realität erzeugen, gilt es den Umgang mit Bildern auf eine verlässliche, also gemessene Basis zu stellen, um nicht gänzlich verlassen zu sein.

Seit Mendålejewsens Forschungen zur Letternperiodik wissen wir ja, das nicht das Bild als solches, sondern die Bildwirkung die Folgen hervorruft. Wir müssen daher bei unseren Untersuchungen sorgfältig zwischen Bildfehlern und Bildwirkungsfehlern unterscheiden, denn in beiden Fällen handelt es sich dabei um Fehler der Kategorie der Kunstfehler, weswegen in der Optomechanik nicht nur Bilder vermessen werden, sondern ein besonderes Augenmerk auf der Vermessung der Rezeptionsfähigkeiten der Betrachter gelegt wird, welche ihrerseits die Voraussetzungen für die so genannte Bildwirkungsentfaltungspossibilität ist. Kurz gesagt: Wer nicht sehen will muss hören.

Gleichzeitig ist zu beachten, dass Kunstfehler nicht unbedingt künstlerische Fehler sind oder auch nicht Fehler des Künstlerischen. Gleichsam gilt es zu unterscheiden zwischen künstlichen Fehlern und Kunstfehlern und zwischen Fehlern die zur Kunst führen. Ob nun aber ein Kunstfehler ein verzeihlicher ist, oder ob er zu einer Regressforderung führt hängt natürlich auch immer davon ab, wer den Fehler macht. Täuscht zum Beispiel ein Handwerker, sagen wir einmal ein Beinhauer vor, das es sich bei seinem Gewerbe um Kunst handelt, er dann aber einen Fehler macht, so fehlt ja nicht Ihm plötzlich ein Arm, sondern dem Gehauenen. Anders aber beim Künstler. Wenn der sich einmal vermalt und mit seinem Werk nicht zufrieden ist, so fehlt Ihm selber schnell mal ein Ohr. Durch diesen Unterschied kann leicht vermutet werden, dass ein Künstler mit seinen Fehlern zunächst immer sich selbst schadet, wenn aber ein Anderer zu Schaden kommt, es sich nicht um Kunst handelt.

Um nun eine Messung durchführen zu können, müssen wir erstens wissen, was eine Messung ist und zweitens müssen wir wissen, was wir messen wollen. Ersteres lässt sich leicht beantworten, Zweiteres auch. Hören wir deshalb zunächst die Definition des Messens:

Durch eine Messung übertragen wir eine bestimmte, unterscheidbare Eigenschaft eines Körpers, Prozesses oder Phänomens in eine von ihm unabhängige Form. Diese Form, nennen wir die Einheit der Eigenschaft. Um die Größe der Einheit ausdrücken zu können benutzen wir Zahlen, die daher auch Maßzahlen genannt werden.

Wenn man das Ergebnis einer Messung ausdrücken will, so muss zu der Maßzahl immer die zur Eigenschaft zugehörige Einheit genannt werden. Wenn man misst, vergleicht man also die zu messende Größe der Eigenschaft mit einer vorher festgelegten Einheit der Eigenschaft, deren Vielfachen oder Teilen.

Sie werden nun einwenden, dass man den Wert eines Bildes aber gar nicht messen könne, das hätten schon andere versucht und letztlich könne man ja auch keine Äpfel mit Birnen vergleichen. Ich kann an dieser Stelle nur zustimmen, wenn man sagt, dass diese Einwände bedeuten, dass Sie eben keine Ahnung haben und anscheinend nicht dazu lernen wollen.

Erstens haben wir doch gehört, dass durch Messungen Eigenschaften von Körpern, Prozessen und Phänomenen in eine kommunikable Form übertragen werden, denn nichts anderes bedeutet es, einen Körper, ein Phänomen oder einen Prozess in eine, von ihm unabhängige Form zu bringen. Beispiel: sie sagen „Der Wald ist schön“ Sie haben eine Eigenschaft des Waldes in eine, nicht selber Wald seiende Form gebracht. Wir nehmen daher schnell an, dass der Wald auch schön ist, wenn Sie nicht da drinnen sind, oder gerade deshalb. Wenn ich aber etwas, - sagen wir einmal schön sage, dann sollten sie auch schön hören. Und das nennt man nun einmal kommunikabel.

Der Prozess des Messens ist somit analog dem Prozess der Bilderzeugung und auch dem der Kommunikation. In allen Fällen werden Beobachtungen und Erfahrungen in eine Form gebracht, die kürzer ist als der Prozess selbst. Ich erinnere hier nur an den Baum der Rede, bei dem die Äpfel ja auch nicht weit vom Stamm aufgehängt werden. Wir sollten allerdings auch nicht glauben, dass nur wenn einer meint kurzen Prozess machen zu müssen, dahinter auch schon eine brauchbare Erfahrung steckt.

Zweitens unterliegen Sie einer Täuschung, wenn Sie schlussfolgern, das man etwas nicht messen kann, nur weil Sie es nicht können, da könnten Sie ja auch behaupten, man könne kein rumänisch sprechen, nur weil Sie es nicht können.

Und drittens, hat niemand behauptet, den Wert eines Bildes messen zu wollen, denn, hätten Sie besser aufgepasst würden Sie sich erinnern, dass es in der Optomechanik nicht darum geht einen Wert festzulegen, sondern darum Selbstverständliches und Verborgenes in die Offensichtlichkeit zu überführen. Die monolithische Nullforschung hat niemals versucht Aussagen über Dinge zu machen, dazu gibt es ja die Naturwissenschaften und die Theologie. Die monolithische Nullforschung wäre auch schlecht beraten, würde sie behaupten zum Bestehenden etwas hinzufügen zu wollen, denn schon nach dem ersten thermomonolithischen Hauptsatz kann nichts verloren gehen und es kann auch nichts gewonnen werden, weswegen es auch keine monolithische Lotterie gibt.

Da dies aber keine Einführung in die monolithische Nullforschung ist, sondern eine in die optomechanische Messtechnik, wollen wir es hier genug sein lassen. Die Zeit und auch Ihr Auffassungsvermögen verbietet es nämlich Ihnen sämtliche Eigenschaften aufzuzählen die gemessen werden können. Ich möchte Sie daher hier nur mit den wichtigsten und auch für ungeübten Anfänger eingängigen Messgrößen bekannt machen und ich werde Ihnen einige Beispiele für solche Messverfahren vorführen.

Beginnen wir mit der Messung einer Eigenschaft, die jeder von Ihnen kennt.

Die Messung des Unwissenheitsmaßes.

Ein Kardinalfehler, der uns im Alltag immer wieder begegnet ist das „Woaßischon-Syndrom“ das auch als Kennia-Phänomen seinem Namen alle Ehre gemacht hat. Mit einer einfachen aber trotzdem eindrücklichen Messung mittels einer Pigmenttrommel können wird jedoch das Maß der Unwissenheit, die dieses Syndrom hervorruft, sichtbar machen.

Die Einheit des Unwissens ist das not know und bezeichnet den Abstand zwischen gewusstem und beobachteten Wissen, wobei 1 not know gleich jedem anderen ist, denn knapp vorbei ist auch daneben.

Bei der Veranschaulichung ist es notwendig, genau Buch zu führen, damit das Messergebnis nicht nachträglich verfälscht werden kann.

Sie alle kennen die Regeln des Farbkreises. Die Grundfarben Rot, Blau und Gelb, ergeben die Mischfarben Grün, Orange und Violett. Die auf dem Messbogen aufgeführten Farbkreise von Goethe und Klee dienen dabei noch einmal als Hilfestellung, da eine Messung ja niemanden hinter Licht führen, sondern das Maß des Unwissens eben gerade ins rechte setzen will. Wir haben hier ein goldgelbes Pigment und ein blaues Pigment. Auf dem Messblatt tragen wir ein, welche Farbe sich bei einer Mischung der beiden Pigmente ergeben wird.

Nun füllen wir vorsichtig einen Teil goldgelbes und einen Teil blaues Pigment in die Pigmenttrommel. Wir drehen diese nun einige Male mittels der Kurbel und erzeugen so die gewünschte Mischung. Vergleichen wir nun unsere gewusste Farbe mit der erhaltenen stellen wir fest, dass wir nicht einen Grünton, sondern ein violettes Grau erhalten haben. Wir sprechen ob dieses scheinbar unfreundlichen Ergebnisses auch von einer so genannten Pigmentstörung.

Anhand des Vergleichs zwischen erstem Kreuz und zweitem Kreuz wird offensichtlich, das uns unser Wissen, also der Erinnerungssinn, getäuscht hat. Durch einfaches Abzählen erhalten wir den Messwert. Bei der aktuellen Messung beträgt das Maß des Unwissens (X) not know.

Sie müssen nun aber nicht verzweifeln, denn mit dem Unwissen stehen Sie ja nicht alleine da, so schrieb zum Beispiel der schon gerade genannte Goethe: „Auf alles, was ich als Poet geleistet habe, bilde ich mir gar nichts ein,… Dass ich aber in der schwierigen Wissenschaft der Farbenlehre der Einzige bin, der das Rechte weis, darauf tue ich mir etwas zugute und ich habe ein Bewusstsein der Superiorität über viele.“

Wie sollten Sie sich da grämen, wenn ein so berühmter Mann dies über sich selbst sagt, obschon er sein Leben lang die Zerlegbarkeit von Licht in die Spektralfarben, die der englische Alchimist und Physiker Diuten knapp 50 Jahre vor seinen Lebzeiten bewiesen hatte, leugnete. Sollte Sie dies nicht beruhigen, so denken Sie immer daran: Nach der Messung ist vor der Messung. Das mitgeschleppte Bild zeigt Diuten übrigens nach einem zeitgenössischen Stich.

Sie haben also schon bei der ersten Messung einen kleinen Eindruck erhalten, welch anschauliche und überzeugende Ergebnisse optomechanische Messtechnik hervorzubringen in der Lage ist.

Mit dem nächsten Messverfahren gelingt es uns eine weitere relevante Eigenschaft abbilden zu können, die sowohl bei der Bilderzeugung, als auch bei der Bildrezeption von Nöten ist.

Ich spreche hier vom Maß des Mutes, dem so genannten Mutmaß. Wir dürfen selbstverständlich das Mutmaß nicht mit dem französichen Dümas oder dem weit verbreiteten Dummaß verwechseln, wenngleich der Ängstliche Mut und Dummheit oft vorschnell gleichsetzt. Schauen wir aber, wie man das Mutmaß misst.

Das folgende Messverfahren basiert auf der Rasterzählung nullierter Zeichnungen. Zunächst verfertigen wir auf dem Pappklappboard eine Zeichnung. Nun klappen wir das Passepartout zurück, und erhalten so ein angemessenes Messfeld, den so genannten Sichtbarkeitshorizont.

Das Passepartout heißt übrigens Passepartout, weil der Sichtbarkeitshorizont partou immer passt. Selbst wenn wir wissen, das nun unter dem Passepartoutrand noch Zeichnungselemente verborgen sind, so bleibt die Messung gültig, da sich auch der Künstler stets darüber im Klaren sein muss, dass der Rezipient zunächst nur sieht, was innerhalb des Sichtbarkeitshorizonts liegt. Das Verborgene ist eben nicht sichtbar.

Anschließend nullieren wir diese mittels eines RB-Gummis solange, bis wir glauben, das es genug ist. Wir bringen so, den Anteil der aufgebrachten Schwarzanteile gegen Null. Nun vermessen wir das Messfeld nach und nach mit den unterschiedlichen Rasterflächen und tragen die Werte in die Tabelle ein. Durch die Multiplikation der Messwertsumme mit -1 erhalten wir den gültigen Wert der Mutmaßmessung.

Durch mehrere Messungen können wir auch Durchschnittswerte berechnen oder schöne Graphen erzeugen, die uns, wenn wir die Layertechnik anwenden, auch offensichtliche vergleiche zwischen verschiedenen Bildern ermöglichen.

Das Verfahren der Rasterzählung nullierter Zeichnungen basiert auf dem Effekt des allen bekannten Nachbildes. Schauen wir zum Beispiel für eine längere Zeit auf eine weiße Fläche, auf der sich eine unterbelichtete Fläche, hier durch einen schwarzen Punkt dargestellt, befindet und anschließend auf eine leere weiße Fläche, so erscheint als Nachbild ein heller Punkt in der Größe des vorherigen schwarzen. Dieses Nachbild ist eine Wirkung, die etwas bewusst Gesehenes in uns auslöst. Wir können diese Wirkung aber nur erfahren, wenn nach Betrachtung des schwarzen Punktes anschließend kein Punkt diesen Platz einnimmt. Im Alltag ist es nun aber so, dass oft gar kein Raum für das Nachbild gegeben ist. Beim Fernsehen zum Beispiel folgt eine unterbelichtete Fläche direkt auf die nächste. Statt zu einem Nachbild kommt es nur zur Ermüdung der Sinne, weswegen ein solches Gerät ja auch als Mattscheibe bezeichnet wird. Es ist also zur Erzeugung eines Nachbildes zwingend notwendig, dass nach dem Bild auch eine Zeit lang kein Bild da ist. Das gleiche gilt übrigens auch fürs Nachdenken. Das Nullieren nun ist hierbei eines der einfacheren Verfahren und eignet sich daher für heimisches Experimentieren.

Betrachten wir nun einmal kurz ein Objekt der Klasse der klassischen Zeichnungen (Dürer) so stellen wir fest, dass nur geringfügig nulliert wurde. Wir sprechen bei der Wirkung, die solche Arbeiten hervorrufen daher nicht vom Nachbild sonder von einem Vorbild. Wenden wir bei dieser Zeichnung das Rasterzählverfahren an, so werden wir feststellen, dass das Mutmaß recht tiefe Werte aufweisen wird (Neuseeland). Der Titel dieser Arbeit: „Der Angsthase“ unterstreicht dabei das objektiv gefundene Ergebniss. Im Vergleich die von Dürrherr angefertigte Nullierung Das Ångstrømkaninchen. Hier wurde schon besser nulliert. Trotzdem sind alle wesentlichen Elemente vorhanden (vordere und hintere Hoppler, die Löffler und auch die Ohransatzwurzel, hinter der sich die verdickte Rückenmarksblase befindet.

Im Labor können wir zur Mutmessung auch eine Gummiabriebanalyse durchführen, anhand derer wir den Nullierungsdruck errechnen können. Da es sich hierbei aber um ein aufwendiges Verfahren handelt, das zuhause kaum durchzuführen ist und die Berechnung des Nullierungsdrucks, den wir nicht direkt mit dem Mutmaß gleichsetzen dürfen darüber hinaus weitreichende quasimathematische Fähigkeiten voraussetzt missrät dem Anmaßenden die Mutmessung nur zu schnell zur Mutmaßung, weswegen wir an dieser Stelle auf dieses Verfahren nicht weiter eingehen wollen.

Wir haben so zwei einfache Messverfahren kennen und schätzen gelernt, die die Wirkungsweise optomechanischer Messtechnik anschaulich vor Augen führt.

Obwohl an dieser Stelle keine vollständige Darlegung aller Messgrößen und Verfahren erfolgen kann, da dies für Sie zu erschöpfend wäre, will ich der Vollständigkeit halber, also in halber Vollständigkeit dennoch einige nennen, damit Sie, falls es sich ergibt, wenigstens wissen, worüber die Andern sprechen. Neben der Mutmaßmessung und der not know-Messung wird zur Aussagefindung häufig auf den klassischen Leserechneschieber, den so genannten Glasmasterstab zurückgegriffen, hier bei der Vermessung der Rembrandschen Nachtwache. Auch der Osramkolben zählt zu den häufig eingesetzten Messwerkzeugen, wenn es um die Vermessung des Maßes der Schönfärberei geht und zur Messung komplexerer Messgrößen, wie zum Beispiel die der Dispositionierungsmächtigkeit sind Verfahren entwickelt worden, die sie sich trotz größter Anstrengung kaum ausdenken könnten. Sonst hätten Sie’s ja schon getan.

Zum Schluss dieser Belehrung soll aber noch einmal ein kleines Experiment stehen, mit dem ein bildgebendes Verfahren der optomechanischen Meßtechnik dargestellt wird und auf das Viele schon lange gewartet haben. Die Darstellung des Maßes der durch ein Bild geleisteten Arbeit.

Es ist stadt- land- und flussläufig bekannt, dass gerade Bildwerken aus dem Blickwinkel der ökonomischen Primaten unterstellt wird, dass im Anschaulichen überhaupt keine Arbeit geleistet wird. Der offensichtliche Ansatz wird diskreditiert und der Lokus behauptet statt dessen Fakten, Fakten und nochmals Fakten zu liefern. Bedenken wir aber, dass Daten erst durch Relationen zu Informationen werden, Informationen einen Kontext benötigen um Bedeutung zu erhalten und Bedeutungen erst in Verbindung mit Erfahrung zu etwas sinnvollem wird, und darüber hinaus in dieser Bedeutsamkeitskette der Begriff Fakten überhaupt nicht auftritt, so steht dieser Vorwurf gegenüber dem Bild auf recht kurzen Beinen. Die als Fakten bezeichneten Zahlen prahlen zwar mit Werten, beschreiben aber keinerlei Eigenschaften von offensichtlichen Körpern. Wenn wir nun noch die allgemein anerkannten Regeln der Physik bemühen, so kommt zu den kurzen Beinen auch ein noch kürzeres Hemd dazu, denn wir wissen aus der Physik, das Arbeit nur da geleistet wird, wo ein Körper gegen eine bestehende Kraft verschoben wird.

Das folgende Messverfahren mit der Horizontalwaage ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem die Arbeit, die ein Bild gegen die so genannte Beharrungskraft einer Behauptung aufbringen kann, abgebildet wird. Das Messverfahren ermöglicht es uns nicht nur die Arbeit des Bildes zu visualisieren, sondern erlaubt darüber hinaus einen Einblick in den funktionalen Charakter ökonomischer Behauptungen. Kommen wir aber zum Experiment:

Auf den Wägeschlitten wird eine Standardbehauptung platziert. Als Normgewicht verwenden wir hier den Wirtschaftsteil einer handelüblichen Tageszeitung. Das zu vermessende Bildobjekt wird am anderen Ende des Messauslegers befestigt.

Durch eine daumendicke, daher auch Daumenschraube genannte Haltevorrichtung wird das System neutral gehalten. Lösen wir die Daumenschraube, so geht die potentielle Energie des Bildes in kinetische Energie über. Da die Beharrungskraft in jede Richtung gleich stark wirkt kann die Messung der Arbeit je nach Bauart der Messvorrichtung sowohl vertikal als auch horizontal erfolgen.

Wir haben beobachtet, dass die Standardbehauptung B, die wegen der Beharrungskraft versucht sich nicht zu bewegen,  um die Strecke x verschoben wurde. Offensichtlich hat das Bild damit eine Arbeit geleistet.

Kritiker und maulige Zuhörer werden nun einwenden, dass die Horizontalwaage keine Kraft sichtbar macht, sondern dass das Experiment nur wegen dem Gewichtsunterschied funktioniert. Dieser Einwand ist aber genauso leicht zu beantworten, wie er gekommen ist.

Nehmen wir an, die Bewegung würde durch unterschiedliche Gewichte hervorgerufen, so schließen wir da heraus, dass das Kunstwerk im Vergleich zu einer ökonomischen Standardbehauptung (B) schwerer wiegt. Was aber schwerer wiegt hat mehr Gewicht und übt somit mehr Einfluss auf ein System aus, wie ein Stein es einem anderen schnell beweisen kann. (Schwerer Stein zerdrückt Kalkstein) Blicken wir aber auf die Welt außerhalb der Laboratorien, so ist es ein Leichtes anzuzeigen, dass sich ökonomische Behauptungen in den Köpfen, den Medien und was weiß ich wo sonst noch, einer größeren Wirkmächtigkeit erfreuen als Kunstwerke. Die Realität widerspricht also den Messungen im Labor. Wie kann das gehen?

Stellen wir hierzu drei Thesen in den Raum herum:

1. Die Realität ist zu dumm, die Laborergebnisse zu verstehen und zu befolgen.

2. Die Wirkmächtigkeit (WM) der ökonomischen Behauptungen basiert gar nicht auf ihrem eigenen Gewicht, sondern verborgene Kräfte führen zu einer Verstärkung der Wirkmächtigkeit und

3. Die Quantität der Wiederholung von Behauptungen übt einen Einfluss auf die Wirkmächtigkeit von Faktoren aus.

Auch hier geht es nicht vorbei, die Thesen experimentell zu überprüfen:

These 1 haben wir schon anhand des Maßes des Unwissens überprüft und sind zu einem desolaten aber nicht unerwarteten Ergebnis gelangt.

Die These 2 wird ob des Begriffs „verborgene Kräfte“ schnell als pathologisch bezeichnet, da man ihr unumwunden Weltverschwörungs-Paranoia anhängt. Die Verborgenheit von Kräften, dass sollten wir nicht außer Acht lassen ist aber oftmals selbst schon eine gewollte.

Dass verborgene, nichtoffensichtliche Kräfte am Werk seien können, mag ein kleines läppisches Experiment zeigen. Wir haben hier zwei identische Boxes. Messen wir nun zum Beispiel die elektrische Kraft der Boxen so wird der Unterschied schnell offensichtlich.

Unterziehen wir nun die Boxen einer detaillierten Untersuchung mit einem passenden Enthüllungswerkzeug (zerschlagen der Boxen mit der Axt) wird die ehemals verborgene Kraft schnell sichtbar. Das Verborgene ist in die Sichtbarkeit überführt worden und wir sehen schnell, dass die Elektrokraft der einen Box nicht auf die Box selber, sondern auf den inneren Antrieb zurückzuführen ist. Wir können somit schlussfolgern, dass der Unterschied zwischen einem Kunstwerk und einer ökonomischen Behauptung prinzipiell im inneren Antrieb zu suchen ist, denn es ist mehr als ein Frommer Wunsch, dass das was an Haben gewonnen wird, an Sein verloren geht.

Betrachten wir nun noch These 3, die Quantitätsthese, so soll der Kürze halber, in der, wie im ganzen Vortrag, die Würze liegt statt eines Experiments die direkte Anschauung herhalten: Wenn ich Sie nun bitte aufzuzeigen, wer von Ihnen dieses Originalkunstwerk geschenkt haben möchte, und ich bitte nun um Ihre Handzeichen, und hier gilt das gleiche, wie in der Kunst allgemein üblich: Wer zuerst malt kommt zuerst, dann haben wir das Geheimnis der Quantitätsthese auch schon gelüftet: Je billiger eine Bild angepriesen wird, um so mehr Aufmerksamkeit ruft es hervor. Ob die Menge nun auch die Wirkung heiligt bleibt anzweifelbar. Es treibt halt nur den Preis in die Höhe.

Der Einwand ist also kein Gegenbeweis, sondern belegt nur, dass man das man den Nutzen der optomechanischen Messtechnik noch nicht begriffen hat. Setzen sechs, würde es da in der Schule des Lebens heißen.

Betrachten wir nämlich das offensichtliche Dokument, was der Bildgeber erzeugt hat, so sehen wir, dass was als Messergebnis nun schwarz auf weiß, anschaulich vorliegt. Es ist offensichtlich, das es sich bei der Standardbehauptung B um einen klassischen Fall von Schwarzmalerei handelt, der darüber hinaus der potentiellen Arbeit des gemessenen Bildes nur wenig entgegen zu setzen hat, quod errat demonstrandum.

Die Notwendigkeit des Enttäuschens ökonomischer und medialer Behauptungen ist damit offensichtlich. Die Entwicklung und Ausarbeitung geeigneter Enttäuschungsmesstechniken gehört daher heute zu einer der vordringlichsten Aufgaben der Øsebergschen Messlaboratorien, um so den Möglichkeiten, die eine geschulte, gemessene und enttäuschte Wahrnehmung bietet, auf die Sprünge zu helfen und dem Schindluder der materiellen Versprechungen, den immateriellen Verklärungen stadtbekannter Rosstäuscher und der kakophonischen Ohrenbläserei unbegabter Schreiberlinge eine anschauliche, offensichtliche und positive Arbeit entgegen zu setzen.

Ich bedanke mich recht herzlich für meine Aufmerksamkeit und rate Ihnen schon heute auch beim nächsten Mal wieder recht aufmerksam zu sein, wenn es wieder heißt: Angeschaut statt Mist gebaut.